3.10.2021 – Ein Besuch auf einem leider geschlossenen Nachtmarkt, eine Fahrradrunde am Han Fluss und Wandern daheim
Hi zusammen, hier bin ich wieder. Die letzten paar Tage gab es wieder etwas mehr Action. Diesesmal war ich wieder viel unterwegs und habe wieder ein paar neue und alte Ecken der Stadt erkundet.
Vorgestern (Freitag) war ich mit meiner Bekannten am Vormittag wieder Laufen. Unsere Laufrunde führte uns diesemal bis an den Han Fluss. Dort haben wir uns dann kurz gedehnt und verschnauft. Dann ging es auch schon wieder zurück. Zu Hause habe ich noch in einem der Gruppenchats gefragt, ob jemand später Lust hätte noch eine Runde bouldern zu gehen. Bouldern ist Indoor Klettern bis maximal 5m und deshlab ohne Sicherung. Tatsächlich hatte sich noch jemand gemeldet und war bereit mitzugehen. Die Mittagszeit habe ich dann hier gemütlich zu Hause verbracht und mir noch ein paar Cup Noodles (Nudeln in einer Box/Becher mit Gewürzpulver) gemacht. Unsere Hausdame hat das gesehen und hat mir gezeigt, wie man die eigentlich machen soll. Theoretisch und auch praktisch muss man eigentlich nur heißes Wasser aufgießen, kurz warten und fertig ist die Mahlzeit. Die Hausdame hat stattdessen einen Topf auf den Herd gesetzt, die Cup Noodles darin versenkt und das Gewürzpulver darüber gestreut. Dem Topf richtig schön eingeheizt und umgerührt, ab und zu nochmal Wasser nachgegossen und fertig waren die Cup Noodles aus dem Topf. Diese gingen dann wieder in den Becher zurück und schmeckten tatsächlich besser, als wenn man sie nur mit heißem Wasser aufgegossen hätte. Also wieder was gelernt. Nach ein bisschen surfen im Internet habe ich mich dann auf den Weg zur Boulderhalle gemacht. Die ist zum Glück nicht so weit weg und fußläufig noch erreichbar. Dort angekommen, habe ich erstmal wieder den üblichen Papierkram ausfüllen müssen und konnte mich dann umziehen gehen. Die Halle ist deutlich kleiner, als die, die ich von daheim kenne. Trotzdem besitzt sie viele Routen, die man klettern kann. Einmal noch die Schwierigkeitsgrade nachgeschaut und auf an die Wand. Der Schwierigkeitsgrad wird meistens von der Farbe der Griffe bestimmt. Hier war es jedoch so, dass sie zusätzliche Marker an die Griffe geschraubt hatten, die das eigentliche Level angeben. Deshalb war ich am Anfang etwas verwirrt, warum manche Routen der gleichen Farbe so unterschiedlich leicht oder schwer zu klettern waren. Nach ca. 1,5h rum probieren und pausieren, kam dann die Person, die sich noch gemeldet hatte. Wir haben uns kurz unterhalten und dann gleich an die nächsten Routen gemacht. Das was ich aktuell klettere, war aber nur ihr Aufwärmprogramm. Insofern war es echt beeindruckend zu sehen, welche schwierigen Routen sie problemlos kletterte. An der ein oder anderen habe ich mich auch noch versucht, aber Kraft und Können fehlten dann doch. Nach dem Bouldern ging es wieder Heim, dort dann geduscht und anschließend noch mit meiner Bekannten getroffen, um über einen der Seouler Nachtmärkte zu laufen und Abendzuessen. Am Viertel vom Nachtmarkt angekommen sind wir noch bis zur eigentlichen Position gelaufen und fanden dort aber leider nur noch geschlossene Geschäfte. Warum auf einmal alles zu war, wussten wir nicht. Evtl hat Corona seinen Teil daran, aber auch normale Geschäfte hatten alle schon geschlossen. Dementsprechend wird es nicht nur Corona gewesen sein. Wahrscheinlich probieren wir es dann die Tage nochmal oder wann anders. Nach der doch unerwarteten Enttäuschung haben wir uns anderweitig auf die Suche nach einem Abendessen gemacht. Zum Glück gab es in der Nähe noch eine normale koreanische Küche, in der wir fündig geworden sind. Anschließend sind wir wieder Richtung Heimat. Trocken sind wir dort leider nicht mehr angekommen, da es zwischenzeitlich angefangen hatte zu gewittern. Einmal durch den strömenden Regen bis zu ihrer Unterkuft, wo sich erstmal abgetrocknet und noch eine Serie geschaut wurde. Danach ging es wieder durch den Regen, der natürlich nicht aufgehört hatte, zu mir nach Hause. Hier noch die Bilder:

That’s me 
Ein leider etwas leerer Nachtmarkt
Gestern (Samstag) hatten wir uns wieder verabredet, diesesmal zum Fahrradfahren am Han Fluss. Der Han Fluss ist hier der größte Fluss in Seoul und teilt die Stadt in Nord und Süd. Am Han selber kann man an vielen verschiedenen Stellen Fahrräder ausleihen, manchmal mit Bezahlung manchmal sogar ohne. Da wir aber direkt aus unserer Ecke starten wollten, viel die Wahl auf die Fährräder der Stadt Seoul. Das ganze ist ähnlich wie in München ein Mietsystem, mit dem man einfach mit einer App ein Fahrrad ausleihen kann. Für die Stadtfahrräder musste man zuvor noch einen Pass kaufen. Dieser umfasst entweder 1h, 2h oder einen ganzen Tag, um Fahrrad zu fahren. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die Räder zu entsperren, klappte es anschließend doch und wir machten uns auf den Weg. Hier fängt der Spaß eigentlich erst an, denn es gibt kaum Fahrradwege. Das heißt, man muss entweder auf der Straße, nicht zu empfehlen, oder dem Gehweg, auch nicht zu empfehlen, fahren. Die Wahl viel kurzerhand auf den Gehweg, da man hier nicht so sehr von koreanischen Autofahren aufpassen muss. Dafür muss man jetzt halt vorsichtig durch diverse Menschenmengen manövrieren. Nachdem wir ein gutes Stück an der Hauptstraße geschafft hatten, ging es durch ein paar Nebenstraßen zum Han. Am Han selber wurde das Fahrrad fahren dann deutlich besser, da es hier nun einen eigenen Radweg hatte. Dieser war aber auch gut benutzt von allerhand anderen Fahrradfahrern, sodass es etwas entspannter war, aber man noch nicht komplett sorglos fahren konnte. Nach einem guten Stück ging es dann vom Han wieder weg, um erstens die Fahrräder wieder zurück zu geben und zweitens um etwas zu Mittag zu essen. Die Fahrräder lassen sich leider nur eine Stunde am Stück ausleihen, bevor man sie zurück geben muss. Einmal zurück gegeben kann man sie aber gleich wieder ausleiehen. Nachdem wir zu Fuß ein bisschen durch die Gegend gelaufen sind, haben wir unser Mittagessen gefunden. Diesesmal gabs Sandwich Toast mit verschiedenem Inhalt. Das wurde gleich vor Ort in der Nähe gegessen und anschließend ging es wieder mit den nächsten Rädern weiter zum Han. Nun überquerten wir den Han hin zur Südseite. Auf der anderen Seite ging es dann wieder dem Radweg am Fluss entlang. Nach ein bisschen Strecke haben wir dann einen schönen Ort gefunden, wo man sich hinsetzten konnte. Bevor wir uns hingesetzt haben, ging es noch einmal die Räder erneuern. Am Platz konnte man dann eine schöne Aussicht auf den Fluss und den N-Seoul Tower genießen. Nach einer längeren Pause ging es die Räder nochmal erneuern und dann wieder zurück Richtung Heimat. Nach einem guten Stück am Fluss entlang wurden die Räder noch ein letztes Mal getauscht, bevor es dann über eine der Brücken wieder zurück auf die Nordseite ging. Einmal noch durch die Menschenmassen geschlichen waren wir wieder da. Als Belohnung gabs noch eine Bubble Waffel. Eine Waffel mit gefüllten Kugeln. Sehr lecker, aber nicht ganz so weich wie eine normale Waffel. Nach der Stärkung gings dann für jeden wieder Heim. Fürs Abendessen hatte ich noch eine andere Gruppe gefragt, ob jemand Lust hätte. Aus der Gruppe hatte nur eine Person Zeit, aber so traf man sich später noch fürs Abendessen. Zum Abendessen gab es Bossam (보쌈). Bossam ist in unserem Fall gekochter bzw gegarter Schweinebauch mit vielen Beilagen gewesen. Das ist eine etwas andere zubereitung als beim Korean BBQ. Es gab wirklich viel zu Essen, sodass wir beide sehr satt wurden. Anschließend ging es noch eine Runde durchs Viertel spazieren mit Ziel der Unterkünfte der Uni. Dort haben wir uns verabschiedet und ich bin wieder nach Hause. Bilder hier:

Blick auf das Südufer 
Eine der vielen Brücken 
Stau, Stau, Stau 
Eine kleine Insel im Fluss 
Blick auf das Nordufer 
Nordufer mit N-Seoul Tower 
Noch einmal in groß 
Ich im November evtl? 
Blick auf das Südufer mit Brücke und der Ringlinie 
Belohnungswaffel 
Bossam als Abendessen (Beilagen nicht alle zu sehen)
Heute (Sonntag) war ich dann vergleichsweise spontan wieder wandern. Diesesmal ging es zum Ansan (안산) Berg, der direkt hinter der Uni liegt. So bin ich erstmal durch das Unigelände gelaufen, habe noch ein paar Fotos gemacht und anschließend ging es den Berg hinauf zum Gipfel. Diesemal war es irgendwie etwas schwierig den richtigen Weg zu finden, da es fast überall, kreuz und quer Wege hat. Nach ein bisschen Schilderlesen und Kartenbefragung ging es mitten in die Wildnis, einfach den Berg rauf. Nach ein bisschen laufen auf betonierten Wegen, Stufen und Waldboden kam man endlich an einer vernünftigen Kreuzung an. Von dieser Kreuzung ging es dann noch über mehr Stufen hoch bis fast zum Gipfel. Da der Gipfel leider mit einem Funkturm gespickt ist, konnte man nicht direkt dort hin, aber nebenan zur Aussichtsplattform. Von dort hatte man einen wirklich tollen Blick auf die Stadt. Leider war das Wetter heute wieder etwas arg dunstig, sodass man nicht so weit sehen konnte. Nach ein paar Fotos, gab es dann zwei Reisdreiecke als Mittagessen. Anschließend ging es über den Bergrücken wieder zurück Richtung Stadt und Heimat. Über ein paar präparierte Wege ging es dann wieder zurück zu den normalen Straßen. Auf dem Weg bin ich noch durch ein wahrscheinlich sehr neu entstandenes Wohnviertel. Dieses sah wirklich gut aus, bestand aber, wie vieles hier aus relativ großen Hochhäusern. Noch ein bisschen weiter, war ich dann wieder in meinem Viertel. Dort geduscht und erstmal erholt. Aus der Gruppe, die ich gestern gefragt habe für ein Abendessen war noch eine Person dabei, die heute Abend Zeit hatte. Mit der habe ich mich Abends noch getroffen und wir sind gemeinsam Abendessen gewesen. Es gab Chicken and Beer. Anschließend ging es noch ein bisschen durchs Viertel laufen und danach Heim. Hier noch die Bilder:

Campus Allee 
Vereinzelt Herbstgefühle 
Blick in die andere Richtung 
Eins der älteren Gebäude 
Und das Gebäude hintendran 
Blick Richtung Norden 
Blick auf die Stadt (Süd-Ost) 
Blick auf die Stadt (Süd-West) 
Eine leere Straße im Wohnviertel 
Der Wanderweg, mal Natur 
Mal Beton 
Mal Stufen
Das wars erstmal wieder von mir. Morgen, am Montag, gehts ins Study Cafe. Dienstag ist noch in Planung, genauso wie Mittwoch. Mehr dann am Mittwoch. Außerdem ist heute der Gründungstag der Republik Korea. Trifft sich ja fast so gut, wie die deutsche Wiedervereinigung. Einziger Vorteil hier, nachdem Sonntag ist, ist der Montag eigentlich auch frei ^^. Ich hoffe es geht euch ansonsten soweit gut. Bis die Tage.
LG Jakob